Antikriegstag: 1. September 2019

6. August 2019

Nie wieder Krieg!  Abrüsten statt aufrüsten!

Nie wieder Krieg! Abrüsten statt aufrüsten! Wir gedenken am Antikriegstag der Opfer von Krieg und Vertreibung. Deutschland hat am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg mit seinen über 60 Millionen Toten entfesselt. Daran wollen wir erinnern.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Ebenso an die heute stattfindenden Kriege, die zu unermesslichem Leid und Vertreibung führen. Wir sagen: Nie wieder Krieg! Gemeinsam für eine friedliche und solidarische Welt! Die aktuelle Weltlage ist geprägt durch Unsicherheit und Instabilität. Wir werden nicht nur Zeuge, wie ein neuer Aufrüstungswahn um sich greift, sondern sehen uns mit einer neuen nuklearen Bedrohung konfrontiert. In einer Zeit, in der alle Atommächte dabei sind, ihre Nuklearwaffen zu modernisieren, steigen die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran aus und kündigen das Abkommen über nukleare Mittelstreckensysteme mit Russland.

(entnommen aus dem Aufruf des DGB zum Antikriegstag am 1. Sept. 2019)

Im Zusammenhang mit dem Antikriegstag weisen wir auf folgende Veranstaltungen hin:

Aufruf zur Demonstration: Rheinmetall entwaffnen

am 7. September 2019 in Unterlüss, 13.00 Uhr

Rheinmetall als Deutschlands größter Rüstungskonzern ist aktiver Motor in einem zerstörerischen Räderwerk
von Ausbeutung, Krieg und Abschottung. Dieses Geschäft mit dem Tod wollen wir sichtbar machen und stören.

Als Produktions- und Erprobungsstätte für Panzer, Waffen und Munition des Rheinmetall-Konzerns ist Unterlüß ein guter Kristallisationspunkt, um antimilitaristisch zusammenzukommen: der Ort ist Teil einer ungeheuren Ballung an militärischen Anlagen.

Für die Vorbereitung zweier Weltkriege diente die Lüneburger Heide dazu, die materiellen Voraussetzungen zu schaffen. Und bis heute wird diese Tradition der Kriegsvorbereitung fortgesetzt.

Die deutschen Rüstungskonzerne sind zuletzt unter Druck gekommen, weil eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung Exporte in Krisengebiete ablehnt. Rheinmetall umgeht deshalb deutsche Rüstungs-exportrichtlinien mit Munitionsproduktionsstätten in Südafrika und Italien.

Beispiel 1: Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wurden deutsche Leopard-Panzer bei dem völker-rechtswidrigen Angriff der Türkei auf die Region Afrin in Nordsyrien im Januar 2018 eingesetzt. (Kanone und Munition für den Leopard kommen aus dem Hause Rheinmetall.)

Aber Rheinmetall liefert dabei nicht nur das Material, um Kriege zu führen.

Beispiel 2: Ein neues Geschäftsfeld hat sich für Rheinmetall zuletzt durch das europäische Grenzregime eröffnet. Die Abschottung Europas wird weit in die afrikanischen Staaten hinein verlagert. Rheinmetall liefert dafür Schützenpanzer z.B. nach Jordanien oder Algerien. Und das Unternehmen stellt auch Objektschutzanlagen her, Sensorsysteme zur Überwachung, Bodenradar oder Flugobjekte.

Für eine ganz andere Welt, in der Rüstung, Krieg und Abschottung nicht nötig sind.

Gemeinsam wollen und können wir etwas verändern!

  • Keine Milliarden für Aufrüstung und Krieg
  • Bekämpfung der Fluchtursachen, nicht der Geflüchteten
  • Schluss mit der Produktion und dem Handel von Waffen, Munition und Rüstung

Szenische Lesung: Krieg ? Ohne uns !

Militärstreik und Desertion im 1. Weltkrieg

In einer etwa 75-minütigen Szenischen Lesung werden Rudi Friedrich von Connection e.v. und der Gitarrist Talib Richard Vogl denjenigen Raum geben, die sich mit ihrer Desertion oder auf andere Art und Weise gegen den 1. Weltkrieg wandten. Mit Texten u. a. von Dominik Richert, Ernst Toller, Wilhelm >Lehmann und Richard Stumpf, mit Gedichten, Liedern und Musik werden sie ihren Erlebnissen, Gedanken, Motiven und  Konsequenzen nachgehen, auch mit Verweis auf die aktuelle Bedeutung. In Deutschland war 1914 die Kriegsdienstverweigerung so gut wie unbekannt. Zum Ende hin gab es massenhafte Desertionen und Militärstreiks gegen die Fortsetzung des Krieges. Zum ersten Mal entwickelte sich eine breite Bewegung gegen den Krieg. Daran anknüpfend gab es in der Weimarer Republik intensive Diskussionen über Strategien der Kriegsdienstverweigerung und andere Möglichkeiten des Widerstandes gegen Krieg.

Rudi Friedrich (Trompete, Lautpoesie, Gesang, Lesung) und Talib Richard Vogl (Gitarre, Lautpoesie, Gesang, Lesung) bieten mit einer tiefsinnig und kurzweilig gestalteten Szenischen Lesung einen aufschlussreichen Einblick in  die damalige Zeit. Nach der Szenischen Lesung wird es die Möglichkeit für ein Gespräch geben.

3. 9. 2019: Beginn: 19.°° Uhr, Camp Am Dorfplatz, Unterlüss

 

Ausstellung über das Tannenberglager

3. 9. 2019: Camp Am Dorfplatz, Unterlüss

Gedenkfeier für die Kinder der Zwangsarbeiterinnen

Auf dem Unterlüßer FRiedhof wird an die Kinder der Zwangsarbeiterinnen erinnert.  Wenige Tage nach der Geburt mussten sie ihre Säuglinge abgeben, um wieder arbeiten zu gehen. Die meisten der Kinder  verhungerten in den Einrichtungen , in die sie gebracht wurden.

4. 9. 2019:  Beginn um 14.00 am Camp Am Dorfplatz, Schluss auf dem Friedhof

 

Informationsveranstaltung im Camp Am Dorfplatz, Unterlüss

Cornelia Rühling, die Leiterin cdf Bildungs- und Gedenkstätte Walldorf, berichtet  von ihren Erfahrungen in der Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Zwangsarbeiterinnen an der „Rollbahn“ des Frankfurter Flughafens.

Henrik Altmann, der seit langem zur regionalen geschichte in der Region forscht, informiert über Zwangsarbeit bei Rheinmetall und die Geschichte des KZ-Auußenlagers Tannenberg.

4. 9. 2019: Camp Am Dorfplatz, Unterlüss, 20.00 Uhr

 

Weg der Erinnerung (Tannenberglager) sichtbar machen

Nach einer Gedenkkundgebung am Ort der Überreste des Zwangsarbeitslagers Tannenberg (KZ Außenlager von Bergen-Belsen) werden wir den Weg zum Rheinmetallwerk sichtbar machen und markieren, den die Frauen täglich laufen mussten.

5. 9. 2019: Treffpunkt im Camp für Fußgänger*innen)