Gerichtlicher Erfolg gegen Rheinmetall

6. Mai 2019

Whistleblowing bei Rheinmetall: Aktivist freigesprochen,

Ausgabe CZ vom 4. Mai 2019, Seite 19 

Das Urteil des Lüneburger Landgericht zum Freispruch für Hermann Theisen ist eine richtige Entscheidung! Gut ist auch, dass dies Urteil einer EU-Richtlinie zu verdanken ist – endlich mal etwas Positives aus Brüssel so kurz vor den EU-Wahlen. Im und am Rande des Nordkreises Celle wird gerne verdrängt, dass hier die größte Militär- und Rüstungskonzentration in der Bundesrepublik zu finden ist. Auch wenn damit hoch qualifizierte, gut bezahlte Arbeitplätze und damit Wohlstand verbunden ist, muss die Frage erlaubt sein ist das gut oder könnte/müsste das nicht auch anders funktionieren. Es ist eine Tatsache, dass gerade Rheinmetall versucht die „ganze Welt“ mit den produzierten Waffen zu beglücken, dabei teils am Rande der Legalität oder unter Umgehung nationaler Richtlinien und Gesetze. In der Geschichte, jeweils leider nur für eine kurze Zeit nach dem 1. und 2. Weltkrieg, haben die Mitarbeiter von Rheinmetall bewiesen, dass sie auch zivile und sinnvolle Erzeugnisse entwickeln und herstellen konnten. Die Diskussion über Rüstungskonversion – die Umstellung industrieller Betriebe oder ganzer Industriezweige auf zivile Fertigung – kann/darf auch bei uns vor Ort in den Gewerkschaften, den politischen Parteien und auch in den Kirchen gerne endlich beginnen. In der Rüstung auf weiter, höher und schneller zu setzen ist aus meiner Sicht keine vernünftige Idee und verspricht für ein friedliches Zusammenleben der Völker nichts Gutes.

Dipl.-Ing. Hans-Dietrich Springhorn, Faßberg-Müden