Göttinger Friedenspreis 2019

15. April 2019

Solidaritätsschreiben der VVN an den Juryvorsitzenden

Sehr geehrter Herr Zumach!

Vor einigen Tagen erfuhren wir von dem Boykott des Göttinger Friedenspreises, der in diesem Jahr am 9. März an die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost verliehen werden sollte. Mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die drei großen institutionellen Träger  bei der Ausrichtung der Preisverleihung (Universität, Stadt, Sparkasse) ihren Rückzug von den Feierlichkeiten und ihre Unterstützung auf Grund von Falschbehauptungen, Verleumdungen und Rufmordversuchen (Antisemitismus-Vorwürfe) abgesagt haben.

Obwohl die Jury ihre Entscheidung ausführlich  begründet hat und diese seit September  2018 vorliegt, wurden offenbar Stimmen von außerhalb höher gewichtet. Obwohl von Ihnen als Juryvorsitzenden am 14. 2. die Preisverleihung noch einmal begründet wurde, und der Boykott der Verleihung des Friedenspreises auch von mehr als 90 namhaften jüdischen Wissenschaftlern zurückgewiesen wurde, blieben die Vorwürfe bis jetzt bestehen.

Leider blieben auch weitere Versuche ihrerseits, die Antisemitismus-Vorwürfe auszuräumen, ohne Erfolg. Damit nun trotzdem die Verleihung des Friedenspreises an die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ stattfinden kann, möchten wir Ihnen Herrn Zumach ausdrücklich unsere solidarische Unterstützung zusagen.

Um den mit dem Friedenspreis verbundenen Betrag abzusichern, werden wir in den nächsten Tagen den Betrag von 100,- € auf Ihr Konto überweisen.

Mit solidarischen Grüßen