Vergessene Geschichte: Berufsverbote

9. November 2018

Vortrag mit anschließender Diskussion
am 12. 11. 2018 um 19.00 Uhr in „das Büro“ in Celle, Neustadt 52
Veranstalter: VVN-BdA, KV Celle

Ausgehend vom eigenen Schicksal als vom Berufsverbot Betroffener schildert Werner R. die gesellschaftlichen  Verhältnisse am Ende der 60er Jahre. Politiker, Juristen, Polizei und Gehiemdienste suchten nach Lösungen, wie die zunehmende Unruhe und die Massenproteste  an Universitäten und in den Betrieben eingedämmt werden könnten.

1971 sollte eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe  Mittel und Wege finden, wie linke Kritiker aus dem Staatsdienst ferngehalten und wie die Maßnahmen auf breiter Ebene einschüchtern und abschrecken könnten.

Mit dem sogenannten Radikalenerlass der Ministerpräsidenten der Länder leitete der bundesdeutsche Staatsapparat dann 1972 die umfassende politische Überprüfung von Personen und Bewerbern im und für den öffentlichen Dienst ein.  Mehr als  3,5 Millionen Personen wurden politisch überprüft.  Mehr als 10 000 Berufsverbotsverfahren wurden eingeleitet. Einschüchterung, Selbstzensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit auf breiter Ebene waren Konsequenzen dieser Pollitik, die bis heute nachwirkt.