Gedenkfeier der VVN-BdA und des DGB am 28. 4. 2019 auf dem Sowjet. Kriegsgefangenen-friedhof in Bergen-Hörsten

6. Mai 2019

oder: Bahn frei für die Bundeswehr

Die VVN-BdA Niedersachsen und der DGB Region Nordost-Niedersachsen hatten, wie jedes Jahr anlässlich der Befreiung, zu einer Gedenkfeier auf dem sowjetischen Kriegsgefangenen-Friedhof Bergen-Belsen/ Hörsten eingeladen. Zu den geladenen Gästen zählten: Herr Aleksei Barbuk, Botschaftsrat der Republik Belarus, die Enkelin von Ernst Thälmann, Frau Vera Dehle-Thälmann für die Lagergemeinschaft Ravensbrück, Ute Neumann, DGB-Jugendsekretärin Nds, Bremen, Sachsen-Anhalt und Doro Drinkmann als Teilnehmerin des Int. Jugend-Workcamps Bergen-Belsen. Sie alle schilderten in sehr bewegenden Worten ihre persönlichen oder familiären Erfahrungen mit dem Faschismus, mit dem Krieg, mit Verfolgung oder auch die Auseinandersetzungen mit  Neonazis. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die Musikgruppe „Agitprop“ aus Hannover begleitet.

Der Kamerad der VVN-BdA, Hans-Dietrich Springhorn stellte sich als pensionierter Eisenbahner vor und schilderte, durch welche Ereignisse (Vietnamkrieg, Diktatur in Chile, Friedensbewegung) er während seines Studiums politisiert wurde. Dabei stieß er auch auf die wichtige und schlimme Rolle, die die Eisenbahn und ihre Beschäftigten während des 2. Weltkriegs und im Faschismus gespielt haben.

Die Parole hieß damals: Räder rollen für den Sieg! Ohne Eisenbahntransporte hätten es kein Panzer und keine Kanone an die Front geschafft, und die millionenfache Deportation und das Massenmorden wären nicht möglich gewesen. Alles wurde ganz sorgfältig geplant und „ordentlich“ auf Heller und Pfennig abgerechnet.

Was hat das alles aber mit uns zu tun? Sehr viel, denn weder das Deutsche Militär, also die Bundeswehr, noch die Bundesregierung oder die Parteien haben aus der Geschichte gelernt!

Denn schon wieder sollen die Eisenbahn und die Eisenbahner an die „Ostfront“ geschickt werden und die Parole, „Räder rollen für den Sieg“ ist wieder aktuell.

Im Dezember 2018 hat das Verteidigungsministerium mit der DB Cargo AG einen Rahmenfrachtvertrag für internationale Schienentransporte geschlossen – vorerst für 2 Jahre.

Der Vertrag hat einen Wert von beinahe 100 Millionen Euro und ist wirksam seit dem 1. Januar 2019. Seit diesem Datum ist die Bundeswehr auch für 12 Monate die Speerspitze der NATO im Baltikum. Dort finden ständig große Militärübungen unmittelbar an der Grenze zu Russland statt.

Der Vertrag regelt die verbindliche Bereitstellung von Güterwagen, Lokomotiven, Verladekapazitäten und Trassen für den Transport der Bundeswehr und der NATO.

Diese Militärzüge haben absolute Vorfahrt. Der ICE landet auf dem Abstellgleis und muss stehen bleiben, wenn die Truppentransporte rollen. Kein Mensch hat etwas gegen die Forderung: „Mehr Güter auf die Bahn!“ Aber nicht schon wieder Panzer und Kanonen in Richtung Osten.

Es ist ungeheuerlich, dass diese fast stillschweigende und vertraglich abgesicherte wahnwitzige Aufrüstungs- und Militärpolitik – die gegen das Grundgesetz verstößt – öffentlich bisher überhaupt keine Rolle spielt. Und geradezu skandalös ist, dass die Verladerampe am ehemaligen KZ Bergen-Belsen einer der zentralen Verladepunkte in Norddeutschland ist.

H. S.

Gerichtlicher Erfolg gegen Rheinmetall

6. Mai 2019

Whistleblowing bei Rheinmetall: Aktivist freigesprochen,

Ausgabe CZ vom 4. Mai 2019, Seite 19 

Das Urteil des Lüneburger Landgericht zum Freispruch für Hermann Theisen ist eine richtige Entscheidung! Gut ist auch, dass dies Urteil einer EU-Richtlinie zu verdanken ist – endlich mal etwas Positives aus Brüssel so kurz vor den EU-Wahlen. Im und am Rande des Nordkreises Celle wird gerne verdrängt, dass hier die größte Militär- und Rüstungskonzentration in der Bundesrepublik zu finden ist. Auch wenn damit hoch qualifizierte, gut bezahlte Arbeitplätze und damit Wohlstand verbunden ist, muss die Frage erlaubt sein ist das gut oder könnte/müsste das nicht auch anders funktionieren. Es ist eine Tatsache, dass gerade Rheinmetall versucht die „ganze Welt“ mit den produzierten Waffen zu beglücken, dabei teils am Rande der Legalität oder unter Umgehung nationaler Richtlinien und Gesetze. In der Geschichte, jeweils leider nur für eine kurze Zeit nach dem 1. und 2. Weltkrieg, haben die Mitarbeiter von Rheinmetall bewiesen, dass sie auch zivile und sinnvolle Erzeugnisse entwickeln und herstellen konnten. Die Diskussion über Rüstungskonversion – die Umstellung industrieller Betriebe oder ganzer Industriezweige auf zivile Fertigung – kann/darf auch bei uns vor Ort in den Gewerkschaften, den politischen Parteien und auch in den Kirchen gerne endlich beginnen. In der Rüstung auf weiter, höher und schneller zu setzen ist aus meiner Sicht keine vernünftige Idee und verspricht für ein friedliches Zusammenleben der Völker nichts Gutes.

Dipl.-Ing. Hans-Dietrich Springhorn, Faßberg-Müden

 

Göttinger Friedenspreis 2019

15. April 2019

Solidaritätsschreiben der VVN an den Juryvorsitzenden

Sehr geehrter Herr Zumach!

Vor einigen Tagen erfuhren wir von dem Boykott des Göttinger Friedenspreises, der in diesem Jahr am 9. März an die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost verliehen werden sollte. Mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die drei großen institutionellen Träger  bei der Ausrichtung der Preisverleihung (Universität, Stadt, Sparkasse) ihren Rückzug von den Feierlichkeiten und ihre Unterstützung auf Grund von Falschbehauptungen, Verleumdungen und Rufmordversuchen (Antisemitismus-Vorwürfe) abgesagt haben.

Obwohl die Jury ihre Entscheidung ausführlich  begründet hat und diese seit September  2018 vorliegt, wurden offenbar Stimmen von außerhalb höher gewichtet. Obwohl von Ihnen als Juryvorsitzenden am 14. 2. die Preisverleihung noch einmal begründet wurde, und der Boykott der Verleihung des Friedenspreises auch von mehr als 90 namhaften jüdischen Wissenschaftlern zurückgewiesen wurde, blieben die Vorwürfe bis jetzt bestehen.

Leider blieben auch weitere Versuche ihrerseits, die Antisemitismus-Vorwürfe auszuräumen, ohne Erfolg. Damit nun trotzdem die Verleihung des Friedenspreises an die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ stattfinden kann, möchten wir Ihnen Herrn Zumach ausdrücklich unsere solidarische Unterstützung zusagen.

Um den mit dem Friedenspreis verbundenen Betrag abzusichern, werden wir in den nächsten Tagen den Betrag von 100,- € auf Ihr Konto überweisen.

Mit solidarischen Grüßen

Celler „Hasenjagd“ am 8. 4. 1945

15. April 2019

Ehrung der Opfer am Mahnmal

Am 8. 4. 2019 begingen wir den 74. Jahrestag der sogenannten Celler Hasenjagd. Bei dieser Hasenjagd wurden aber keine Hasen, sondern Menschen, genauer gesagt: wehrlose Opfer eines KZ-TRANSPORTES gejagd, der in einen alliierten Bombenangriff auf dem Celler Bahnhof geraten war. Zu den Opfern des Bombardements durch die alliierten Fliegerverbände müssen noch die Opfer der anschließenden Menschenjagd gezählt werden. Hieran beteiligten sich neben Hitlerjungen, SA-Männer, Volkssturmmänner,örtliche Polizisten und Parteifunktionäre der NSDAP auch Bürger der Stadt Celle.

An diese Ereignisse haben wir in einer Gedenkfeier zusammen mit dem Ortsverband der SPD erinnert. Um der vielen Opfer der Celler Hasenjagd zu gedenken, stellten wir in unserem Redebeitrag stellvertretend für alle Opfer das Schicksal eines KZ-Häftlings heraus.

Sowohl der SPD-Ortsverbandsvorsitzende wie der Sprecher der VVN betonten die Notwendigkeit auch heute Zivilcourage zu zeigen und sich mit Engagement an der politischen Auseinandersetzung zu beteiligen.

Kundgebung gegen Nazitreffen in Eschede am 22. 12. 2018

18. Dezember 2018

Kundgebung gegen die Nazitreffen auf Hof Nahtz am 22.12. 2018 in Eschede

Beginn 14.00 Uhr, Treffpunkt Kreuzung Am Dornbusch / Zum Finkenberg.

 

Schluss mit den Nazitreffen!

Seit den 1990er Jahren finden auf dem Hof des Bauern Nahtz Nazitreffen statt. Es handelte sich dabei um sogenannte Brauchtumsfeiern, wie Sonnwendfeiern und Erntedankfeiern. Diese Treffen sind aber keineswegs reine Vergnügungsveranstaltungen und schon gar nicht „Privatvergnügen“. Denn diese Treffen strahlen nach außen: Bei den gemeinsamen Feiern werden Kontakte geknüpft und gepflegt, das gemeinsame, rassistische Weltbild wird zelebriert und so innerlich gestärkt ziehen die Nazis vom Hof Nahtz auf zu neuen Taten.

Eine Besonderheit stellte die Sonnwendfeier im vergangen Jahr da: sonst konkurrierende Gruppen der extremen Rechten luden gemeinsam zu dem Neonazitreffen ein. Aber neben diesen sogenannten Brauchtumsfeiern gab und gibt es bei Nahtz auch andere Zusammenkünfte: Bereits 1992 eine Wehrsportübung, Treffen der NPD sowie ihrer Jugendorganisation der JN, ein Treffen der inzwischen verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend und im Jahr 2010 fand ein Nazi-Rockkonzert mit 600 Neonazis aus dem In- und Ausland statt. Wir müssen weiter wachsam bleiben und immer wieder auf die Treffen in Eschede und deren Bedeutung hinweisen. Wegschauen hilft nicht: da wo Nazis ungestört sind und ihre Ruhe haben, machen sie sich breit.

Es reicht! Jedes Nazitreffen ist eines zuviel!

Gemeinsam gegen die Nazitreffen auf dem Hof Nahtz!

Es gibt wieder interessante Redebeiträge, Lieder von den Rotkehlchen, warme Getränke gute Laune und hoffentlich viel Elan, um den anreisenden Neonzais lautstark unsere Ablehnung zu zeigen.

 

 

 

 

Vergessene Geschichte: Berufsverbote

9. November 2018

Vortrag mit anschließender Diskussion
am 12. 11. 2018 um 19.00 Uhr in „das Büro“ in Celle, Neustadt 52
Veranstalter: VVN-BdA, KV Celle

Ausgehend vom eigenen Schicksal als vom Berufsverbot Betroffener schildert Werner R. die gesellschaftlichen  Verhältnisse am Ende der 60er Jahre. Politiker, Juristen, Polizei und Gehiemdienste suchten nach Lösungen, wie die zunehmende Unruhe und die Massenproteste  an Universitäten und in den Betrieben eingedämmt werden könnten.

1971 sollte eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe  Mittel und Wege finden, wie linke Kritiker aus dem Staatsdienst ferngehalten und wie die Maßnahmen auf breiter Ebene einschüchtern und abschrecken könnten.

Mit dem sogenannten Radikalenerlass der Ministerpräsidenten der Länder leitete der bundesdeutsche Staatsapparat dann 1972 die umfassende politische Überprüfung von Personen und Bewerbern im und für den öffentlichen Dienst ein.  Mehr als  3,5 Millionen Personen wurden politisch überprüft.  Mehr als 10 000 Berufsverbotsverfahren wurden eingeleitet. Einschüchterung, Selbstzensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit auf breiter Ebene waren Konsequenzen dieser Pollitik, die bis heute nachwirkt.

 

Israelische Siedlungs- und Besatzungspolitik …

10. Oktober 2018

Israelische Siedlungs- und Besatzungspolitik und Antisemitismus
In der Veranstaltung werden die Referenten Dr. Peter Söllner und Paul Stern
Aspekte der gegenwärtigen Antisemitismus-Debatte in Deutschland zur Diskussion stellen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Israel und Palästina
erscheint es notwendig, Begrifflichkeiten wie Antisemitismus und Antizionismus
zu klären und einzuordnen.
Die Veranstaltung wird gemeinsam organisiert von der Concordia-Gemeinde Celle und der Celler Kreisvereinigung der VVN-BdA.
Donnerstag, 20. September 2018, 19.00 Uhr, Concordia-Gemeinde, Hannoversche
Straße 51, Celle.
 

Hunderte demonstrierten gegen Rheinmetall

20. September 2018

Am 2. 9. 2018 demonstrierten rund 400 Menschen im Rahmen eines mehrtägigen Antikriegscamps gegen die Rüstungsexporte des Waffenproduzenten Rheinmetall in Unterlüß im Landkreis Celle.

Aufgerufen hatten u. a. Gewerkschaften, VVN-BdA, weitere antifaschistische Gruppen, der niedersächsische Flüchtlingsrat, kurdische Vereine und ca. 50 verschiedene überörtliche Initiativen.

In den Redebeiträgen wurde immer wieder betont, dass Rheinmetall über Tochterfirmen Waffen in Länder exportiert, die eigentlich vom Exportstopp der Bundesregierung betroffen sind (z .B. Jemen). In einer gemeinsamen Rede wiesen die DGB-Vorsitzenden von Celle  und des Heidekreises  darauf hin, dass sich mit dem Heeresstandort Munster, dem Truppenübungsplatz Bergen und dem Waffenproduzenten Rheinmetall die größte militärische Konzentration der BRD hier in der Lüneburger Heide befindet. Sie forderten dazu auf, endlich mit dem Wandel von einer militärischen hin zu einer sozialen und ökologischen Wirtschaftsstruktur zu beginnen, z. B. durch die Umwandlung des Übungsplatzes in ein Biosphärengebiet.

In der Abschlusskundgebung direkt vor dem Firmensitz von Rheinmetall klagte der Vertreter der VVN-BdA, Alfred Hartung in seinem Redebeitrag die seit Jahren in der öffentlichen Kritik stehenden Geschäftspraktiken und die verheerenden Folgen der Rüstungsexporte an. Gleichzeitig stellt er aber auch die Notwendigkeit heraus, den zivilen Protest zu stärken um so mit öffentlichem Druck auf die Medien und die Politik Veränderungen zu erreichen.

Im Rahmen verschiedener Aktionen hatten bereits am Samstag Campbewohner und Besucherr eine Wanderung zum ehemaligen KZ-Außenlager Tannenberg unternommen, in dem ca. 900 jüdische Frauen interniert waren, die für die Munitionsfabrik Rheinmetall unter schwersten Bedingungen arbeiten mussten. Dort wurde eine Gedenktafel aufgestellt und bllumen niedergelegt in der Hoffnung, dass dieser Ort in Zukunft nicht wieder in Vergessenheit gerät.

 

Solidarität mit Afrin

28. Februar 2018

Seit dem 19. Januar 2018 greifen türkische Regierungstruppen und ihre islamistischen Hilfstruppen den Kanton Afrin des Autonomiegebietes
„Demokratische Förderation Nordsyrien“ an.
Dieser völkerrechtswidrige Überfall soll dazu dienen, „Terroristen“ zu bekämpfen. Der wahre Grund: Afrin ist als basisdemokratisches, multiethnisches und multireligiöses Gebiet dem türkischen Regime ein Dorn im Auge.
Es steht den großosmanischen Ambitionen der reaktionären Regierung in Ankara im Wege. Bei der Durchsetzung der geopolitschen Ziele vewendet die Erdogan-Regierung Militärgerät aus Deutschland, u. a. Leopard 2-Kampfpanzer.
Auch vom Einsatz von Napalm- und Streubomben durch die Angreifer wird berichtet. Darunter leidet in erster Linie die kurdische, arabische und turkmenische Zivibevölkerung in Afrin
Wir fordern:
Stoppt den türkischen Angriffskrieg auf Syrien !
Keine Rüstungsexporte aus Deutschland an die Türkei !
Spendet für den „Kurdischen roten Halbmond“

Gedenkfeier zum 73. Jahrestag der Befreiung der Sowjetischen Kriegsgefangenen

28. Februar 2018

am 15. 04. 2018 um 13.00 Uhr
Neben der großen offiziellen Gedenkfeier des Landes Niedersachsen findet seit vielen Jahren parallel dazu die Gedenkfeier der VVN-BdA und des DGB zu Ehren der sowjetischen Kriegsgefangenen in Bergen-Hörsten statt. Beginn: 13.00 Uhr in Bergen-Hörsten. Veranstalter: VVN-BdA, DGB
Es werden sprechen:
– Mechthild Hartung, VVN-BdA Nds. e.V.
– Grußwort: Botschaftsvertreter Belarus
– Mehrdad Payandeh, DGB-Bezirksvorsitzender (angefragt)
– Jugendliche des IWC Bergen-Belsen berichten

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